Studienreisen

Jährlich unternehmen wir interessante und inspirierende vier bis fünftägige Studienreisen zu attraktiven Regionen im In- und Ausland. Bei den Stadtführungen sehen wir nicht nur die historischen Bauten der Region sondern besichtigen außergewöhnliche Baustellen und innovative Neubauten. Die Kompetenz, Professionalität und Vielseitigkeit der von uns engagierten örtlichen Führerinnen und Führer trägt entscheidend zum Gelingen der Exkursionen bei.


2020 Luxemburg und Umgebung

03. Oktober bis 04. Oktober 2020





2019 Bilbao und Umgebung

02. Oktober bis 06. Oktober 2019

Star-Architekten brachten die Lebensfreude zurück

Der Ansturm auf die für dieses Jahr geplante Studieneise war mit 54 Teilnehmern groß und hatte die eine oder andere logistische Herausforderung. Angefangen von der Größe des Busses, bis hin zu Restaurants mit ausreichender Anzahl an Sitzplätzen. Am Ende hat alles perfekt funktioniert!

Mittwoch: Anreisetag

Den ersten Eindruck zur neuen Architektur in Bilbao bekommen wir am 2014 von Santiago Calatrava fertiggestellten Flughafen, wo wir uns alle mit großem Hallo begrüßen. Die Fahrt in die Innenstadt eröffnet zunächst nicht allzu vielversprechende Stadtansichten bis man von der Punte la Salve einen ersten Blick auf das Guggenheimuseum erhascht.
Domizil für die 4 Nächte im Baskenland wird das Hotel Melià, entworfen als eines der ersten Hotels nach dem Stadtumbau vom mexikanischen Architekten Ricardo Legorreta. Am Mittwochabend starten nach einer kurzen Begrüßung durch Bernd Oxen alle in kleinen Grüppchen zu einem ersten Schnupperspaziergang in die Altstadt und deren verführerischen typisch baskischen Pintxos-Bars, mit den delikaten Häppchen die auch anspruchsvolle Gaumen glücklich machen.
Mit den Guiding Architects erleben wir ab Donnerstag, drei faszinierende Tage an denen wir mit 2 Gruppen parallel unterwegs sein werden.



Blick vom Hausberg Funicular de Artxanda

Calatrava Brücke und Hochhausensemble von Arata Isizak


Donnertag: Stadtentwicklung in Bilbao

Auf dem Hausberg Funicular de Artxanda, der uns einen grandiosen Blick über das morgendliche Bilbao bietet, erfahren wir zu Beginn des ersten Tages die Hintergründe die zur Umsetzung des heutigen Stadtentwicklungskonzeptes führten.

Bilbao ist bis heute eine wichtige spanische Hafen- und Industriestadt. In den 80ger Jahren war Bilbao ein schmutziger Industriestandort mit einem stinkenden Fluss im Zentrum, kein Tourist hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt dorthin verirrt. Durch das Unwetter 1983 bekam die Stadt die Chance die Stadtentwicklung neu zu denken. Industrieanlagen, der Hafen und die Fluss begleitenden Bahngleise, die das Stadtzentrum prägten, wurden von aus dem Stadtzentrum verbannt. Heute säumt eine weitläufige Promenade den Fluss.
Durch die Errichtung des Guggenheim Museums im Jahr 1997, nach den spektakulären Plänen des US-amerikanischen Architekten Frank Gehry, kam es zu einer fortlaufenden, bis heute andauernden Initialzündung, die zu einem städtebaulichen Kraftakt geführt hat. Mit Hilfe vieler namenhafter Architekten gelang eine deutliche Aufwertung des Stadtbildes, das mittlerweile viele Touristen und Kulturinteressierte anzieht.
Heute werden wir uns diese städtbauliche Entwicklung mit einem 15 km Fußmarsch erarbeiten.
Über die Fußgängerbrüche Zubizuri von Santiago Calatrava gelangen wir zum Tor der Stadt, ein Hochhausensemble von Arata Isizaki, der mit dem Gebäude den Prizker Architekturpreis Jahr 2019 erhielt. Wir sehen den Kongress- und Musikpalast Euskalduna von Palacios y Soriano, den Iberdrola Tower von César Pelli, das Hörsaalgebäude Paraninfo von Alvaro Siza und die Blibliotheca de Deuto von Rafael Moneo und erreichen um die Mittagszeit das ganz besondere Kunstwerk und Wahrzeichne der Stadt, das Guggenheimmuseum
mit dem man unwiderruflich den Begriff Bilbao Effekt verbindet.





Hier nehmen wir uns viel Zeit für das außergewöhnliche Gebäude mit seinen spektakulären Innen- und Außenansichten, die Kunst und im Anschluss für den ersten Aperol und ein kleines Mittagshäppchen.

Weiter geht es mit der Bahn in Richtung Vorstadt / Hafen wo der Stadtumbau begann. Im Stadtteil Barakalso wurde ein 40 ha großer Uferstreifen entlang der Nervion nach Untergang der Schwerindustrie als neuer Stadtteil entwickelt. Auch hier versucht man vom sogenannten Bilbao Effekt zu profitieren.





An der Plaza Pormatxeta in Arakaldo sehen wir die zerklüfteten Passagen, die drei junge Architekten als eine spannende Abfolge multifunktionaler Räume am Übergang zwischen Stadt und Fluss statt einer unspektakulären Bahnüberführung entwarfen. Zu einer wirklichen attraktiven Belebung hat das nach unserem Gefühl jedoch nicht beigetragen.
Nächster Anlaufpunkt ist Hafen von Bilbao und von dort zum Stadtteil Las Arenas mit dem außergewöhnlichen Unseco Weltkulturerbe Puente Colgante, eine von weltweit noch 8 existieren Schwebefähren. Die Hochbrücke wurde 1893 vom baskischen Architekten Alberto Palacio errichtet. Der Übergang über den oben gelegenen Querträger war leider nicht möglich, aber wir nutzen die spektakuläre Fähre um die Uferseiten zu wechseln.

Puente Colgante

Puente Colgante

Station


Für den Rückweg in die Innenstadt erkunden wir bei einigen Zwischenstopps die von Norman Forster konzeptionierten Metrostationen, die seinerzeit ersten fertiggestellten Objekte des neuen Bilbao. Mit Stahl, Glas und Beton setzte Forster die Kernpunkte seines Konzeptes, Einfachheit, Funktionalität und Ästhetik, um. Besonderes Augenmerk galt dem Einfall von Tageslicht und der schellen barrierefreien Erreichbarkeit.

Ziemlich geschafft erreichen wir nach einem kleinen Zwischenstopp am Stadion, entworfen vom Großbüro ACXT gegen 19:30 das Hotel und starten eine Stunde später zum gemeinsamen, etwas turbulenten Abendessen.

Freitag: Erkundung der „grünen Hauptstadt“ Vitoria Gasteitz

Nach kleinen Frühstückshindernissen und bei Nieselregen , machen wir uns früh auf den Weg Richtung Vitoria Gasteitz, zur „grünen Hauptstadt“ Europas.
Die Vergabekriterien für diesen Titel waren: Umweltschutz, wirtschaftliches Wachstum und Lebensqualität der Einwohner/innen auf besondere Weise zu verbinden.
Den Preis erhielt die Stadt 2012 wegen des konsequent umgesetzten Stadtentwicklungskonzeptes. Mit einem erfolgreichen Mobilitätskonzept wurde eine überzeugende Verkehrswende erreicht. Man hat es geschafft, den Autoverkehr zu reduzieren, den fußläufigen Verkehr um 77% zu steigern und trotz aller Befürchtungen und Kritiken das Stadtzentrum neu zu beleben und den Leerständen entgegenzuwirken. Es wurden Blockstrukturen festgelegt, in denen nur die Blockränder als Hauptstraßen nutzbar sind, alle Innenbereiche sind in Tempo 30 Zonen umgewandelt. Radwege wurden großflächig ausgebaut und Grün- und Erholungsflächen in den Randbezirken großzügig erweitert. Tatsächlich hat die Stadt einen „grünen Ring“ vorzuweisen, der aus halbnatürlichen Parks besteht, die untereinander verbunden sind und von der UNO ausgezeichnet wurden.
Für Interessierte: Grüne Stadt für Menschen

Unser Rundgang durch die Altstadt. mit dem am besten erhaltenen mittelalterlichen Zentrum aller baskischen Städte und seiner beeindruckenden Architektur der Renaissance, beginnt am Museum für Archeologie und Spielkarten, das vom spanischen Architekten Patxi Manago saniert und erweitert wurde.





Auf dem höchsten Punkt der Stadt erhebt sich die Kathedrale Santa María, auch Alte Kathedrale genannt, ein beeindruckendes gotisches Gotteshaus, dessen Bau im 13. Jahrhundert begann. Auf dem weiteren Rundgang stoßen wir auf verschiedene Paläste der Renaisansse.
Um die höher gelegene Altstadt barrierefrei erreichen zu können wurden parallel zu den alten Treppen Rolltreppenanlagen errichtet. Mit den Überdachungen der Rolltreppen, welche zum Kern der Altstadt hinaufführen, ist den Architekten Ercilla und Campo ein attraktiver Kunstgriff gelungen.






Über die gotische Säulenhalle San Miguel gelangen wir nach einem sehr informativen Rundgang durch die Altstadt zum Komplex Los Arquillos, einer Promenade mit Säulengang, die vom Altstadtkern in die Neustadt aus dem 19. Jahrhundert führt. Hier erfahren wir Hintergründe zur Plaza Nueva, Plaza de la Virgen Blanca und Plaza de los Fueros.


Plaza Nueva




Gasteiz ist auch bekannt als Graffiti-Stadt, seit Jahren werden viele öffentliche und private Häuser mit großflächigen Graffitis versehen, auch in der Innen- und Altstadt.
Nach einem außergewöhnlichen Mittagessen im hervorragenden Restaurante Zabala erkunden wir die Außenbereiche Vitorias.

Stadtteilzentrum Centro Civico

Stadtteilzentrum Centro Civico



Im neuen Stadtteil Salburua, der seit einigen Jahren östlich der Innenstadt entsteht, haben wir Gelegenheit einen Blick in das überzeugende Stadtteilzentrum, das Centro Cívico zu werfen. Kombiniert wurden hier nicht nur Versammlungs- und Ausstellungsräume, sondern auch ein Café und weitere Flächen für (sozio)kulturelle Nutzungen wie Ateliers und Werkstätten, eine Bibliothek, ein Konferenzsaal und eine Sporthalle samt Schwimmbad.






Auf dem Weg dorthin machen wir einen Zwischenstopp am zeitgenössische Ataria Interpretation Center einem Zentrum für Feuchtgebiete und ein Naturkundemuseum. Der Enwurf stammt von QVE Arquitectos aus Madrid. Es wurde 2008 in die engere Wahl für das World Architecture Festival und 2009 für den "Mies Arch Award" nominiert. Der Bau gilt als einzigartig, da sich das Gebäude über die Feuchtgebiete erstreckt. Schon im ersten Betriebsjahr wurden 100.000 Besucher im Zentrum verzeichnet.
Das hervorragende Mittagessen macht ein Abendessen überflüssig. Wir nutzen dennoch die Gelegenheit den Abend in wunderbaren Pintxo Bars zu verbrinnen, im Besonderen im Café Iruña, dessen Interieur aus dem Jahre 1903 vollständig erhalten ist.








Samstag : Wein und Architektur in der Rioja


Auch das weltbekannte Weinanbaugebiet Rioja profitiert von der architektonischen Erneuerung der nachbarschaftlichen Städten Vitoria Gasteiz und Bilbao. Architektur wird auch hier zum Anziehungspunkt nicht nur für Weininteressierte.

Eingebettet in die hügelige Landschaft Nordspaniens erreichen wir als erstes das Weingut von Campo Viejo mit der Bodega Alcorta Logrono, die im Jahre 2001 nach den Plänen des spanischen Architekten Ignacio Quemada, errichtet wurde. Angepasst an die Topografie des Ortes, schmiegt sich das mehrstöckige, größtenteils unterirdisch Gebäude in den Hang.
Verteilt auf mehrere Stockwerke befinden sich hier Tür an Tür die Produktionsstätten, Labore und riesigen Weinkeller. Von der Bodega aus arbeiten wir uns mit unserem Guide langsam in die unterirdischen Geschosse vor. Wir gelangen zuerst in das hauseigene Museum, welches die Geschichte und lange Weintradition mit großen Bildern an den Wänden dokumentiert. Getrennt durch handwerklich beeindruckende ca. 6 m hohe gigantische Türen aus massivem Eichenholz, liegt dahinter die eigentliche Weinproduktion. Die Räume und Verkehrsflächen sind architektonisch großzügig gestaltet Unser Rundgang führt uns durch die von Edelstahltanks dominierte Produktion und endet im nur sehr spärlich beleuchteten unterirdischen (Barrique)sehr eindrucksvollen Weinlager. Völlig unerwartet wird diese introvertierte Raumsituation durch eine sich hebende Verdunkelung an einer Kopfseite des Lagerraumes aufgehoben und gibt eine fantastischen Blick in die Landschaft frei.
Nach der Führung haben wir Gelegenheit die außergewöhnlichen Weine in der Bodega zu kosten und auch dort die Weite der Landschaft zu genießen.



Weinlager Weingut Campo Viejo



Eine kurze Zwischenstation machen wir bei der von Santiago Calatrava entworfenen Bodega Ysios in Laguardia, eine Komposition aus Holz und Metall, die die Silhouette der dahinterliegenden Berge aufnimmt.

Bodega Ysios

Bodega Ysios

Bodega Ysios



Als Kontrastpunkt zur Bodega Alcorta Logrono besichtigen wir anschließend die komplett neu gebaute Bodega Baigorriin Samaniego, entworfen vom baskischen Architekt Iñaki Aspiazu. Beim Betreten der Halle eröffnen sich spektakuläre Blicke aus der modernen Architektur in die sanfte hügelige Landschaft. Eine Führung bringt uns die sechs Etagen der Produktion, die sich im Weinhügel verbergen, näher. Nicht einmal Pumpen werden für die Abläufe der Produktion benötigt, denn die Produktion folgt der ausschließlich der Schwerkraft. Nach unserem geführten Besuch erhalten wir im untersten Geschoss eine wunderbare kulinarische Stärkung mit einer Weinverkostung. Auch hier präsentiert sich ein atemberaubender Blick in die Weite der Landschaft.

Bodega Baigorriin

Bodega Baigorriin

Bodega Baigorriin


Auf das von Frank Gehry entworfenen Hotel und Weingut Marques de Riscal werfen wir lediglich einen Blick von außen. Beeindruckend erhebt sich das Kunstwerk aus geschwungenen farbigen Titanbändern in die Weinlandschaft.
Unsere letzte Station im Rioja führt uns zur Bodegas Lopez de Heredia Vina Tondonia, die von der Architektin Zaha Hadid konzipiert wurde.

Der Besucherpavillion wurde als bewegliches Gebäude entwickelt und zur 25-Jahrfeier der Bodega auf der Alimentaria-Messe 2002 in Barcelona errichtet und beherbergt den Messestand der Ausstellung in Brüssel von Anfang des 20. Jh.
Hier haben wie Zeit für einen Rundgang, Einblicke in die Architektur, Fotos und Einkäufe.

Bodegas Lopez

Bodegas Lopez

Bodegas Lopez


Zurück in Bilbao nehmen wir unser letztes gemeinsames Abendessen an der sehr belebten Plaza Nueva/Plaza Barria im Restaurante Víctor jatetxea.

Am Abreisetag ist uns klar, dass die meisten von uns sich für das erste Date mit dieser wunderbaren Region viel zu wenig Zeit genommen haben. Einige waren so weitsichtig einen Urlaub vor- oder nachzulagern.
Nicht nur die Architektur und die Landschaft sondern auch die kraftvolle Lebendigkeit abends auf den Plätzen und in den Bars hat und vereinnahmt, berührt, entspannt und auf ein Wiedersehen neugierig gemacht.




2018 Rotterdam

30. August bis 2. September

"Wenn jede Stadt der Welt zur Verwandtschaft gehörte, wäre Rotterdam die verrückte Cousine aus Übersee. Sie würde ein schrabbelige Architekturbüro leiten, hätte sechs Kinder, kein Auto, dafür ein Hausboot, viel zur große Ohrringe und würde beim Ausgehen immer eine Runde schmeißen. Sie liebte die Kunst und das Chaos...."
Claudia Lehnen im KSTA vom 21./22. April 2018

Beim Start in Köln freuen sich alle 45 Teilnehmer auf die Stadt, die einer Ausstellung für einen riesigen Architekturwettbewerb gleicht.
Rotterdam wurde im 2. Weltkrieg im Innenstadtbereich bis auf einige Einzelbauten dem Erdboden gleich gemacht. Man nutzte die Chance und setzte nach Enteignung der Grundstücke in den Nachkriegsjahren ein völlig neues stadtplanerisches Konzept im Sinne einer autogerechten Stadt um. Mangels eines mittelalterlichen Kerns hat man seit dem versucht die neue Architektur der Stadt zur Attraktion zu machen.

1. Tag: Innenstadtspaziergang

Unser Stadtspaziergang mit den guiding architects, die uns 3 Tage begleiten werden, startet mit 2 Gruppen am neu gestalteten Hauptbahnhof. Der Entwurf des Bahnhofs und seiner Umgebung stammt von Team CS, einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Benthem Crouwel Architekten, MVSA Meyer, Van Schooten Architecten und West 8. Der südliche Eingang wird durch seine außergewöhnliche Gestaltung das Portal zum modernen Stadtzentrum mit seiner Hochhausarchitektur.
Das beeindruckend große, sehr gut erschlossene Fahrradparkhaus unter dem Vorplatz schafft in Kombination mit dem oberirdische Abstellverbot unglaublichen Freiraum und Klarheit .


Hauptbahnhof

Hauptbahnhof

B-Tower


Wir gehen vorbei an städtebauliche Visionen aus den 50er und 60er Jahren.
Lijnbaan
wurde mit der ersten Fussgängerzone überhaupt 1953 zum neuen Stadtzentrum. Aus dem gleichen Jahr stammt das Warenhaus de Bijenkoof von Marcel Breuer. Wohnblockkonzeptionen mit begrünten und verkehrsfreien Innenhofbereichen wurden in den letzten Jahren zu neuer Attraktivität erweckt und z.T. unter Denkmalschutz gestellt.
Zusammen mit neuen Verdichtungsprojekten durch Wohnhochhäuser / Verwaltung ohne Bauhöhenbeschränkung wie De Calypso, De Karel Doorman, dem
Timmerhuis und kleiner Wohnhausprojekte wie Bloomgaardhof und Boomgaardstraat von Kühne und Co. Architekten, soll mit der extremen Verdichtung und einer guten sozialen Mischung der Bevölkerung die Stadt langfristig belebt werden. Die neue urbane Attraktivität hat die Bevölkerungstuktur verjüngt, die Hälfte der Einwohner ist unter 35 Jahre.



De Karel Doorman

Gebäude Boomgaardstraat


Etwas erschöpft erreichen wir am fortgeschrittenen Nachmittag die Markthalle von MVRDV, die in außergewöhnlichem Ambiente Gelegenheit zu einer kulinarischen Stärkung gibt.
Letzte Station am Tag 1 ist das architektonische Konglomerat der Kubushäuser von Piet Bloom 1982 – 1984 aus 38 Würfelhäusern, drei Großkuben, einem Hochhaus und einem Apartmenthaus. An der Architektur, heute auf vielen Postkarten abgebildet, scheiden sich bis heute die Geister. In den Großkuben befindet sich heute ein Hostel.

Markthalle

Kubushäuser

Kubushäuser


Ermüdet schlendern wir am Wasser entlang zum Hotel, direkt an der Erasmusbrücke gelegen, und lassen den Tag nach ein kleinen Erholungspause bei einem nahegelegenen Italiener ausklingen.

2. Tag: Kop van Zuid und Katendrecht

Über die Erasmusbrücke, einem Highlight der Ingenieurbaukunst, erreichen wir fußläufig das wirkliche Manhatten an der Maas. Durch das immer weitere Wegbewegen des Hafens in Richtung Meer, entstanden große Brachflächen die in den letzten Jahrzehnten durch eine radikale städtebauliche Herangehensweise auf Basis eines Masterplans von Riek Backer wiederbelebt wurde. Der Wilhelminapier zeigt uns eine Mischung aus einigen erhaltenen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und architektonischen Visionen des 20. Und 21. Jahrhunders.
Mit vielen Erläuterungen zur Geschichte und Architektur spazieren wir vorbei am Pakhuismeesteren,
am 2000 als erstes der neuen Gebäude von Norman Foster errichtete World-Port-Centrer,
dem De Rotterdam
von OMA, als größtes Gebäude Europas, vorbei am Hotel New York und dem Montevideo.


Erasmusbrücke

Blick auf Hotel New York

Pakhuismeesteren und De Rotterdam


Über eine Fußgängerbrücke erreichen wir von hier aus Katendrecht. Vor einigen Jahren haben die Kreativen von Rotterdam den Stadtteil Katendrecht für sich entdeckt. Die Hafenbetriebe waren inzwischen in den moderneren Teil des Rotterdamer Hafens umgesiedelt und die Industrie- und Lagerhallen standen leer. Junge Unternehmer haben hier vor einigen Jahren die alternative Markthalle, die Foodfactory ins Leben gerufen. Hier nehmen wir einen entspannten Kaffee bei stahlendem Sonnenschein.
Der Stadt ist es u.a. mit Unterstützung von jungen Architekten, die sich trotz relativ schlechten Infrastuktur dazu entschieden haben hier in Reihe neu zu bauen, das Viertel zu einem attraktiven Wohnviertel zu entwickeln.

Nachmittags geht es zurück zur Innenstandtseite. Nach einem Mittagessen und Innenbesichtigung der Kunsthalle (OMA) sehen wir den Museumspark, (Landschaftsarchitektue OMA und Yves Brunier), die Baustelle des Depot Museums Boijmans van Beuningen, das Het Nieuwe Instituut (Jo Conen 1993) und das Huis Sommerfeld (Brinkman en Van der Vlugt 1931), ein kleines Meisterwerk der klassischen Moderne.

Baustelle Depot Museums Boijmans van Beuningen

Het Nieuwe Instituut



Zum Verweilen bleibt insgesamt leider nicht viel Zeit, dafür würde sich sicher eine 2. Tour nach Rotterdam lohnen. Abends machen sich einige von uns zu Fuß oder mit dem Wassertaxi wieder auf den Weg in Richtung Wilhelmipier und Katendrecht, andere entspannen im Hotel.

3. Tag: Architektur der 20er und 30er Jahre

In den 20er und 30er Jahren kümmerten sich progressive Architekten um Wohnkonzeptionen für die Arbeiterklasse. Die Verbesserung der Lebensbedingungen wurde mit offenen stadträumlichen modernen Konzeptionen im Stil der neuen Sachlichkeit und der expressionistischen Backsteinarchitektur umgesetzt.
Pünktlich um 9:00 sind alle ausgecheckt und mit dem Bus geht es zu beispielhaften Siedlungen.
Wir sehen die berühmteste Siedlung von Ouds,“ De Kiefhoek“ wo zwischen 1925 und 1930 im armen Süden Rotterdams knapp 300 Wohnungen von weniger als 60 Quadratmetern Gesamtfläche entstanden. Die Siedlung wurde gerettet, indem im Zuge der Sanierung in den 90er Jahren jeweils zwei - seinerzeit für mehrköpfige Familien berechnete- Wohneinheiten zusammengelegt wurden.
Danach geht es mit dem Bus durch das Hafengebiet zur dörflich angelegten Enklave Heijplaat und zum Justus-van-Effen-Siedlungskomplex in Spangen, der 1922 von Michiel Brinkmann erbaut wurde. Die Gebäude sind nur vom Blockinneren erschlossen, die außen liegenden Laubengänge auf Höhe des 2. Stocks, die auch für Milchwagen befahrbar waren, erschließen die oberen Duplex-Wohnungen.


De Kiefhoek

Heijplaat

Justus-van-Effen-Siedlung


Nach einer kleinen Schleife zum Maastunneleingang (A. van der Steur 1948) nehmen wir unser Mittagessen mit beeindruckendem Panoramablick über Rotterdam im Euromast ein. Hier verabschieden wir uns nach zweieinhalb Tagen von unseren beiden sehr kompetenten Begleiterinnen der guiding architects.
Gestärkt geht es zum letzten atemberaubenden Highlight unserer Tour, der Van Nelle Fabrik, ein zwischen 1926 und1931 von den Architekten Brinkmann und Van der Vlugt errichtetes Monument der Moderne. In 3 Gruppen werden wir durch Studenten der Baufachrichtungen kompent und mit viel Entusiasmus durch die Gebäude geführt.





Le Corbousier bezeichnete das Gebäude seinerzeit als „den schönsten Anblick der modernen Zeit“ .
Nicht umsonst wurde die Fabrik, die nach Meinung des Rotterdamer Bürgermeisters Ahmed Aboutaleb ein Bauwerk einzigartig in seiner Form und Material ist und aus der sozialen Perspektive seiner Zeit weit voraus , 2014 zum Unesco Weltkulturerbe.
Für Interessierte: in der ARD Mediathek findet man unter "Schätze der Welt" einen interessanten, informativen Bericht über die Van Nelle Fabrik (Verlinkung nicht möglich)

Mit sehr vielen Eindrücken geht es gegen 17:00 wieder in Richtung Köln.
“Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.“
Arabisches Sprichwort

In diesem Sinne freuen sich alle auf die Studienreise 2019.




2017 Vorarlberg,

30. September bis 3.Oktober

Wäre ein Ranking der bedeutendsten Welt-Architekturregionen zu erstellen, Vorarlberg belegte mit Sicherheit einen der ersten Plätze (Baukust Bregenzer Wald). Die Vorarlberger Bauschule gilt als eine der wichtigsten Vorreiter der neuen Alpenarchitektur. Für den AIV KölnBonn Gründe und Architektur genug um sich vor Ort umzuschauen. Um 9:00 starten wir mit dem Bus in Köln.

Bevor wir die letzten Kilometer zum Seehotel am Kaiserstrand in Lochau nehmen, machen wir Zwischenstation am Weingut Schmidt in Wasserburg am Bodensee. Die Architekten Elmar Ludescher und Philip Lutz, aus Bregenz haben mit ungewöhnlich moderner und trotzdem traditioneller Architektur einen Anziehungspunkt geschaffen, der Weinbau, Weinlager, Vertrieb und Bewirtung vereint.
Hier entspannen wir bei einer Weinprobe mit Blick auf den Bodensee und haben anschließend die Gelegenheit den Betrieb zu besichtigen.

Weingut Schmidt

Weingut Schmidt

Weingut Schmidt


Für Interessierte :
Weingut Schmidt
Badehaus Seehotel am Kaiserstrand

Tag 2: Bregenz
Erstes Ziel ist das Festspielhaus Bregenz mit seiner Seebühne des Architekten Dietrich Uttifaller. Eine Kollegin der Architektenkammer Vorarlberg führt uns durch das architekonisch hochwertige, in mehreren Etappen erneuerte Festsielhaus. Neben der Seebühne haben wir Einblicke in das „Innenleben“, von der Probebühne bis zu Büroflächen und Werkstätten.


Festspielhaus

Foyer

Seebühne



Für Interessierte: http://www.dietrich.untertrifaller.com/projekt/festspielhaus-bregenz

Danach besuchen wir das Kunsthaus Bregenz, Museum für angewandte Kunst. Der Solitär am Bodensee ist Magnet für Architektur- und Kunstinteressierte gleichermaßen. Zum 20 jährigen Bestehen ist die Sommerausstellung 2017 Peter Zumthor, dem Architekten des Kunsthauses gewidmet. Peter Zumthor ist im Rahmen eines Sympossiums vor Ort und wir haben Glegenheit zum Mithören.
Mehr Informationen: Architektur Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz Foyer

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz


Durch eine Terminpanne bei den Guides sind wir in den Genuss gekommen durch den Direktor des Kunsthauses, Thomas D. Tummer fachkundig und mit viel Begeisterung für sein Haus geführt zu werden. Der schwebende Paradiesgarten des Künstlerehepaares Gerda Steiner und Jörg Lenzinger der über einige Wochen hinweg in den Raum gewachsen ist, lässt viele besonders staunen.

Danach hatten wir Zeit uns „führungslos“ in Bregenz zu bewegen, neben den historischen Sehenswürdigketen wie dem Martinsturm, sollte man einen Blick in das Vorarlbergmuseum von Cukrowicz Nachbaur Architekten nicht verpasst haben.
Für Interessierte : cn-architekten, Landesmuseum Vorarlberg

Tag 3: In und um Dornbirn

LifeCycleHub

22/26° Haus

Islamischer Friedhof


Erste Station an diesem Tag ist de LifeCicle Hub. Mit der Entwicklung eines Holz-Hybridbausystems für mehrgeschossige Gebäude mit bis zu 30 Stockwerken und 100 m Höhe hofft man die Basis für eine Änderung des Bewustseins in der Bauindustrie geschaffen zu haben. Minimierter Ressourcen und Energieeinsatz soll für den gesamten Lebenszyklus erreicht werden. Das Demo-Gebäude in Dornbirn ist 27 Meter hoch, hat 2009 als Forschungsprojekt begonnen und wurde innerhalb von acht Tagen aufgebaut.
Für Interessierte: lifecyclehub

Unser nächstes Ziel ist das 22-26 Bürogebäude der Architekten Baumschlager Eberle in Lustenau, das ohne Heizung, Kühlung und mechanische Lüftung konzipiert wurde und trotzdem Temperaturen zwischen 22 und 26° garantiert. Wir werden durch den verantwortlichen Bauphysiker, der weiterhin Versuchsreihen fährt durch das Gebäude geführt.
Für Interessierte:
Bürohaus-2226-Baumschlager-Eberle-Lustenau


Eine Zwischenstation machen wir beim Atriumhaus in Dornbirn von den Architekten Roland Gnaiger, Udo Mössler - Dornbirn (A) – 1999 geplant. Die Wohneinheiten gruppieren sich um ein verglastes, lichtdurchflutetes Atrium. Duch eine modulare Bauweise können Wohneinheiten zusammengelegt werden.

Weiter geht es zum Islamischer Friedhof Altach (Architekt Bernardo Bader), Einem von nur zwei islamischen Friedhöfen in ganz Österreich. Die fingerförmig angelegten Grabfelder werden durch eine rot gefärbte Betonmauer geschützt, ein Gebetsraum, eine Verabschiedungshalle und ein Ort für rituelle Waschungen finden sich im Inneren der Mauern. Die Schlichtheit mit einer dem Ort angemessenen Atmosphäre hat und sehr beeindruckt. Auszeichnung: Aga Khan Award for Architecture 2013

Tag 4: Bregenzer Wald


Kindergarten Muntix





Wir sehen den Kindergarten Muntix mit einer Führung durch den Bürgermeister, das Gemeindezentrum Krumbach, kommen vorbei an den 7 durch namenhafte Architekten gestalteten Bus Stops, leider bei strömendem Regen, besichtigen das Frauenmuseum Hittisau und schließen den Besichtigungstag ab mit einem Besuch im Werkraum Bregenzer Wald. Das Gebäude wurde ebenfalls von Peter Zumthor konzipiert.
Für Interessierte:
Architektur und Handwerk im Bregenzerwald
Werkraum

Auch durch die gut organisieren Mittagspausen schaffen wir das stramme Programm mit Entspannung, es bleibt immer genug Zeit für gemütliches Beisammensein, vor allem Abends.
Vorschläge für 2018 wurden gesammelt und sind für alle eine spannende Option für 2018. Nachmittags geht’s per Bus zurück nach Bonn und Köln.

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2019 Bilbao
2018 Rotterdam Download
2017 Vorarlberg Download
2016 Bologna
2015 Marseille
2014 Turin
2013 Valencia
2012 Dresden
2011 Istanbul
2010 Hamburg
2009 Venedig
2008 Freiburg/Basel
2007 Krakau
2006 Leipzig
2005 Graz
2004 Quedlinburg
2003 Prag
2002 Weser/Ems/Region
2001 Barcelona
2000 Mecklenburg-Vorpommern
1999 London
1998 Erfurt/Weimar/Dessau
1997 Lissabon
1996 Berlin
1995 Budapest
1994 Dresden
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